Asseburg

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38329 Wittmar
Kurzvorstellung:Die Asse ist ein bewaldeter Höhenzug des nördlichen Harzvorlandes und für die Menschen der Region Braunschweig ein häufig besuchtes Ausflugsziel. Ab 1218 errichtete Gunzelin von Wolfenbüttel (geb. etwa 1170, gest. 1255) mit Harold von Biewende und weiteren namentlich nicht genannten Personen auf dem südlichen Bergkamm der Asse eine Burg. Der Bau einer Burg galt zu dieser Zeit als Statussymbol der Ministerialen, die durch ihre Tätigkeit zum Dienstadel aufstiegen.

Die Bauzeit der Burg betrug etwa fünf Jahre, bereits 1223 wurde sie als ''Schloss Asseburg“ erwähnt. Die Burg hatte eine Länge von etwa 180 Metern und war bis zu 50 Meter breit. Die Fläche betrug 7200 Quadratmeter. Innerhalb eines Mauerrings war die Burg in fünf voneinander getrennte Höfe unterteilt. Auf der westlichen und östlichen Seite waren Zugangstore. Am Südhang war zusätzlich eine Vorburg entstanden. Die Asseburg war damit die größte Höhenburg Norddeutschlands.

Gunzelin von Wolfenbüttel hielt sich nur selten auf der Asseburg auf. Er war als Truchsess mit diplomatischen Aufträgen unterwegs und auf seinem Stammsitz in Wolfenbüttel gefordert. Gunzelin verstarb am 2. Februar 1255 und erlebte den Kampf um die Wasserburg in Wolfenbüttel und die Asseburg jedoch nicht mehr. Im Juni 1255 startete Herzog Albrecht der Lange mit seinen Truppen einen Angriff auf die Wasserburg in Wolfenbüttel und nahm diese nach kurzem Kampf ein. Danach wandten sie sich der Asseburg zu. Busso, Ekbert und die Gefolgsleute übergaben die Asseburg an die herzoglichen Truppen und erhielten neben freiem Abzug noch die stattliche Summe von 400 Goldmark. Die Burg wurde nicht erobert.

Die Asseburger blieben in welfischen Landen und erwarben umfangreichen Landbesitz. Im Jahre 1492 fordern die Welfen nach einer Erbteilung alle Hoheitsrechte und Besitzungen zurück. Doch der Rat der Stadt Braunschweig weigert sich. Mit einem großen Heer rückt Herzog Heinrich der Ältere 1492 zum Sturm auf die sich widersetzende Stadt. Alle verfügbaren Männer werden zur Verteidigung der Stadt benötigt und so wird auch die Besatzung der Asseburg nach Braunschweig gerufen. Nur einige Männer bleiben zurück und zünden am 12. August 1492 die Asseburg an. Drei Tage brennt die Burg. Die moderne, uneinnehmbare Burg konnte nur vom Besitzer selbst zerstört werden.

Der Streit zwischen dem Herzogtum und der Stadt Braunschweig endet mit einem Vergleich. Darin verpflichtete sich die Stadt Braunschweig unter anderem, die Asseburg innerhalb von sechs Jahren aufzubauen. Wie diese Burg ausgesehen hat, ist nicht überliefert. Es gab zu dieser Zeit noch keine Zeichnungen oder Beschreibungen von Burganlagen und dergleichen. Die Ruine ist nie archäologisch erforscht worden. Nur die erkennbaren Grundmauern lassen erahnen, dass hier eine bedeutende und große Burg gestanden hat.

400 Jahre nach der Zerstörung der Asseburg trafen sich am Himmelfahrtstage des Jahres 1892 in der Waldwirtschaft zur Asse in Wittmar heimatkundlich interessierte Männer und gründeten die ''Assegesellschaft“. Aufgabe dieses Vereins sollte sein, mehr über die Geschichte der Asseburg zu erfahren. Bereits 1893 veröffentlichte die Gesellschaft ein kleines Büchlein von Theodor Voges über die Asseburg. Der damals erstellte Grundriss veranschaulichte den Stand der noch nachweisbaren Grundmauern.

Der Verein wurde in der Zeit der Nationalsozialisten aufgelöst. Aber bereits 1952 bildete sich der Heimat- und Verkehrsverein Asse. Aufgabe dieses Vereins ist unter anderem, die Bedeutung dieser umfangreichen Befestigungsanlage zu erforschen sowie Sicherungs- und Erhaltungsarbeiten an der Ruine durchzuführen. Im Jahre 1992 richtete der Verein eine Erinnerungsfeier anlässlich der 500. Wiederkehr der Zerstörung der Asseburg aus. Im Beisein des damaligen Oberbürgermeisters Werner Steffens entließ der Heimat- und Verkehrsverein Asse die Stadt Braunschweig aus der vertraglichen Verpflichtung, die Asseburg wieder aufzubauen.
Erfahren Sie hier mehrWebsite der Samtgemeinde Elm-Asse

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